THS124
Glas-Biegevorrichtungen
Glass bending fixtures
Spezifikationen: Gemäß EN1288
| Modell | THS124 |
|---|---|
| Kategorie | G02 – Biegevorrichtungen |
| Beschreibung | Glas-Biegevorrichtungen |
| Description (EN) | Glass bending fixtures |
| Spezifikationen | Gemäß EN1288 |
4-Punkt-Biegeprüfvorrichtung
Für die Ermittlung der Biegefestigkeit von flachem Glas gemäß DIN EN 1288-3 (Prüfung von Proben bei zweiseitiger Auflagerung) ausgelegt.
Die Konstruktion ist massiv ausgeführt, um die bei der Glasprüfung auftretenden hohen Bruchlasten verformungsfrei aufnehmen zu können. Nachfolgend eine detaillierte Beschreibung der Komponenten und ihrer Funktion im Rahmen der Norm.
Aufbau und Kernkomponenten
- Unterer Biegetisch (Auflager): Die lange Grundschiene bildet die Basis. Darauf befinden sich zwei verstellbare Auflagerblöcke. Die eingravierte Skala ermöglicht eine exakte, symmetrische Einstellung der Stützweite (Abstand der unteren Rollen zueinander). Zwei Griffe an der Vorderseite erleichtern das Handling der schweren Metallschiene.
- Oberer Biegestempel (Krafteinleitung): Die kürzere obere Baugruppe verfügt über einen zentralen Anschlusszapfen mit Flansch, über den sie an die Traverse einer Materialprüfmaschine gekoppelt wird. Auch hier sind zwei verstellbare Blöcke mit einer Skala angebracht, um die exakte Position der Krafteinleitungspunkte (Biegespanne) festzulegen.
- Federnd gelagerte Prüfrollen: Sowohl die unteren Auflager- als auch die oberen Druckrollen sind als massive Stahlzylinder ausgeführt. Ein entscheidendes Detail sind die seitlichen Zugfedern, mit denen die Rollen an den Blöcken gehalten werden. Diese Aufhängung sorgt dafür, dass sich die Rollen während des Biegevorgangs der Durchbiegung der Glasprobe anpassen und frei um ihre Längsachse drehen können.
Funktionsweise nach EN 1288-3
Bei der Prüfung nach Teil 3 der Norm wird das Glas im 4-Punkt-Biegeversuch getestet. Die Probe liegt auf den beiden unteren Rollen auf, während die Prüfmaschine die oberen beiden Rollen von oben auf das Glas drückt.
Die Vorrichtung erfüllt dabei wichtige normative Anforderungen:
- Reibungsminimierung: Durch die frei drehbaren, federgelagerten Rollen werden horizontale Reibungskräfte bei der Durchbiegung des Glases nahezu eliminiert. Würden die Rollen blockieren, entstünden Zwängungsspannungen, die das Messergebnis verfälschen.
- Konstantes Biegemoment: Durch die vier Auflagepunkte entsteht im Bereich zwischen den beiden oberen Druckrollen ein konstantes, maximales Biegemoment. Das Glas bricht idealerweise in dieser Zone, was eine zuverlässige Berechnung der Biegefestigkeit zulässt.
- Flexibilität: Durch die stufenlos verschiebbaren Blöcke können unterschiedliche Probenabmessungen und Spannweiten normgerecht abgebildet werden.


